Die Zeit der endlosen Straßen ist endlich vorbei! Zum ersten Mal steige ich in das norwegische Wandernetz ein. Von Ljosland aus geht es über die Hütten Gaukhei, Svartenut und Bossbu duch die Setesdals Vesthei. Danach wechsle ich die Seite zur Aushei und bahne mir meinen Weg bis nach Rjukan, dem Einstieg zur östlichen Hardangervidda!
Als Mitglied des norwegischen Wandervereins DNT habe ich Zugang zu über 500, meist sehr abgelegenen Hütten über ganz Norwegen verteilt. Ich habe mir im Vorfeld schon vieles über die Hütten durchgelesen, aber wenn man dann plötzlich selbst an und in einer steht, wird einem die unglaubliche Großzügigkeit des Wandervereins DNT erst richtig klar! Von einer einsamen Hütte würde man erwartet, dass sie mehr Zuflucht als Luxus ist, aber darin kann man hier in Norwegen ganz schön falsch liegen. Teils sind diese Hütten, insbesondere die Neueren auf einem besseren Niveau als Ferienhäuser! Und zu dieser Jahreszeit, es ist noch weit vor dem Beginn der Wandersaison hier in Norwegen, habe ich das Glück einige Hütten ganz alleine für mich zu haben.
Endlich durch das Fjell zu wandern fühlt sich befreiend an. Keine Autos mehr die mich stören, kein Asphalt unter den Füßen, nur noch Ruhe und das Gefühl der endlosen Freiheit. Es fühlt sich an an würde die Reise jetzt erst richtig beginnen!
Der Grund, warum auf den Wanderwegen zu dieser Zeit noch nichts los ist, erschließt sich mir aber recht bald… Der Winter hält das Fjell noch teilweise in seinem Bann und viele Restschnee Felder erschweren das Vorankommen und geben mir das Gefühl die Zeit um eine Jahreszeit zurückgedreht zu haben. Das Selbstvertrauen, welches ich mir in der ersten Etappe angeeignet habe muss ich hier sofort beweisen. Im Schnee einsacken, Hütten finden und Regen und Schnee trotzen… nur einige Dinge die mich in dieser zweiten Etappe beschäftigen.
Allerdings hat sich eine Sache um 180° gedreht… der Hunger! Was zuvor gefehlt hat ist jetzt doppelt da!
Die Reisetagebücher jedes Tages:
Tag 9 / Ljosland - Gaukhei Hytta
Der Einstieg ins erste Fjell! Lange hab ich mich auf den Moment gefreut ab dem die norwegischen Wanderwege beginnen! Immer mit einem roten T gekennzeichnet durchziehen diese vom norwegischen Wanderverein betreuten Wanderwege das gesamte Land und führen die meiste Zeit auch von Fjellhütte zu Fjellhütte. Eine davon ist die Gaukhei Hytta, mein heutiges Ziel.
Die meiste Zeit des Weges und auch den kompletten Abend auf der Hytta wurde ich dabei von Kristian begleitet und ich muss sagen, es wandert sich doch erheblich flotter zu zweit! Mal schauen wie lange wir noch die gleichen Wegpläne haben.
Der Weg ist zwar ordentlich anstrengend, durch die erst vor kurzem beendete Schneeschmelze ist vielerorts sehr matschig, aber dafür entlohnen die Blicke ins weite Fjell. Die Landschaft ist einfach unglaublich schön und diese Stille abseits von allen Menschen und Städten… etwas das man so fast nicht mehr kennt. Die Gaukhei Hytta gehört zu den größeren Hütten im Norwegischen Wandernetz, dennoch hatten wir sie heute Abend für uns alleine. Da es sich hier um eine Selbstbedienungshütte handelt, findet man einen reich gefüllten Vorratsraum und kann sich (selbstverständlich gegen entsprechende Bezahlung) mit diversem Essen versorgen – Ein einzigartiges Hüttensystem! Also direkt erstmal einen Zuckerschock aus der Vorratskammer genommen, vor den Kamin gesetzt und über weitere Routenplanung beratschlagt!
Tag 10 / Gaukhei Hytta - Svartenut Hytta
Wintereinbruch im Fjell! Bei maximal 10 Grad (meistens aber eher deutlich weniger!!) ging es heute weiter durchs Fjell! Ziel war eigentlich die Øyuvsbu, also die nächstgelegene DNT Hütte. Als ich dort aber ankam, waren fleißige Werker am renovieren und die Hütte bleibt damit bis zum 22. Juni geschlossen… Mist! Hatte mich bei dem kalten und schneereichen (jaaaa Schnee, habt ihr richtig gehört!) Wetter schon richtig aufs Aufwärmen vor dem Kamin gefreut! Insbesondere, weil der Weg bis zu Øyuvsbu auch echt bescheiden war… Matschfest Deluxe! So das man ab und an bis zu den Knien in der Sülze steckt. Und das macht über 20km echt weniger Spaß muss ich sagen! Aber mir wurde gesagt, dass ich einfach drauf schei**** soll wo ich lang gehe, die Schuhe halten das eh niemals durch, toll! Naja, eben alles eine Frage des Mindsets. Ich muss den Matsch wohl als einen Teil von mir akzeptieren. Zumindest solange bis dann wirklich mal der Somme in die Berge kommt!
So zurück zum Hüttenthema! Ich war echt pissig! Und dann erzählt mir der gute Renovator da drin das es eine schöne weitere Hütte in NUR 14km Entfernung gibt! Im Ernst??? Nur??? Ja toll, „kleiner“ extra Spaziergang obendrauf! Spaß beiseite, ich hab’s wirklich gemacht und sitz jetzt nach insgesamt 34,8km heute in der geilsten Hütte ever! Svartenut. Bin ich irre? Möglich! Egal, ich hab was ich wollte! Und morgen wird lang ausgeschlafen und es stehen nur (diesmal kann man das Wort wirklich unterstreichen!!!) 10km aufm Plan.
Mir geht’s trotz des ewigen Marsches echt gut. Mein Körper weiß wohl, dass solche Planänderungen nicht die Ausnahme bleiben werden.
Ah noch ne „kleine“ Sache, vor der Hütte musste ich meinen ersten Fluss furten, da noch keine Brücken aufgestellt sind. Stand bis zum Hintern im Eiswasser… als „belebend“ würd ich’s mal nett bezeichnen. Meine Füße konnte man danach als Eis am Stiel verkaufen. Aaaber ich hab ja meinen guten Jøtul Kamin zum Auftauen!
Tag 11 / Svartenut Hytta - Bossbu Hytta
Weiter geht’s auf der Tour durchs Setesdal-Fjell. Nach wie vor ohne Empfang, also keine Ahnung wann genau der Post bei euch ankommt aber dann bin ich wohl schon wieder in Stadtnähe.
Nachdem die Tour gestern so ausgeartet ist mit ihren knapp 35km hab ich mir schon gestern Abend fest vorgenommen heute n Lässigen zu machen. Also erstmal ausgeschlafen bis 10.30Uhr, dann entspannt nochmal den Ofen angefeuert und gefrühstückt. Startschuss zum Wandern war dann tatsächlich erst gegen 14.30Uhr! Aber egal, es stehen eh nur 10-12km zur nächsten Hütte, der Bossbu, aufm Plan. Während ich dann morgens so am rumtrödeln war, meinte das norwegische Wetter dann noch mal Vollgas geben zu müssen. Schnee, aber so richtig. Schaut’s euch aufm Video an, das waren richtig dicke Flocken und es ging für ne halbe Stunde so ab. Hatte kurzzeitig bedenken ob das heute überhaupt noch was wird mit dem Weiterlaufen, aber alles halb so schlimm, ist wie Regen, nur halt weiß.
Ja zur Tour heute gibt’s ned sooo viel zu sagen. Ich lass einfach die Bilder erzählen.
Und jetzt gibt’s Pfannkuchen! Ein absoluter Kassenschlager in den Selbstbedienungshütten hier!
Tag 12 / Bossbu Hytta - Bykle
Heute war erstmal der letzte Tag in diesem Fjell… Naja so schlimm auch wieder nicht, da man es doch deutlich an den Wegen merkt, dass es noch weit vor der eigentlichen Wandersaison in Norwegen ist. Altschneefelder wechseln sich mit matschigen Wegen ab und es ist teilweise extrem anstrengend sich weiter zu kämpfen. Allerdings wird man nach jeder Ecke und jedem Gipfel mit neuen unglaublich schönen Landschaften belohnt! Die Gegend ist einfach wie aus einem Bilderbuch und die Abenteuer die die Wege mit sich bringen unbeschreiblich!
Ich muss sagen, dass es am Anfang doch etwas befremdlich war so alleine im Fjell unterwegs zu sein. Da war es schon gut zusammen mit Kristian, meinem norwegischen Trail Buddy, unterwegs zu sein. Da er sich als Jäger im Fjell auch sehr gut auskennt, hat das auch mein Wissen über die norwegische Flora und Fauna etwas aufgebessert. Leider haben sich unsere Wege nun erstmal getrennt, aber eventuell gibt es ein Wiedersehen im Norden, da freu ich mich schon drauf! Mittlerweile hat sich aber eine super Routine bei mir eingeschlichen und auch wenn ich alleine unterwegs bin, fühle ich mich super wohl (wenn ich nicht grad bis zu den Schienbeinen im Matsch oder Schnee steck).
Nach einer abenteuerlichen Hängebrücke und ein paar gefurteten Flüssen bin ich nun in Bykle angekommen. Ein schönes verschlafenes Städtchen! Erstmal Pizza und Bier bei der Tanke eingesammelt und jetzt den Abend genießen! Morgen wird das Fjell gewechselt und es stehen wieder Höhenmeter auf dem Plan. Immer weiter!!
Ah, die 200km sind nun auch geknackt, Wahnsinn wie die Kilometer dahinfliegen!
Tag 13 / Bykle - Berdalsbu
Hätte nie gedacht, dass ich jemals über ein ausgiebiges Frühstück so happy sein könnte! Der Start in den Tag war absolut entspannt im Bykle Hotel. Hat auch etwas länger gedauert bis ich losgelaufen bin, da ein deutsches Paar beim Frühstück doch sehr interessiert an meinem Abenteuer war und mich mit Fragen gelöchert hat. Nachdem die dann mit einem Abschiedsbild von uns zufrieden waren (naja, ich fands ja schon toll solche Bewunderung zu erfahren) ging’s dann gegen 10.30 endlich los. Heute gabs 50/50 Straße und danach wieder Pfade ins Fjell, diesmal auf der anderen Seite des Setesdals, der Austhei. Abwechslung muss sein.
Wie man auf den Bildern sieht ist seit heute auch wieder das gute Wetter in Südnorwegen angekommen und das tut richtig gut.
Jetzt hab ich mit der Berdalsbu wieder meine persönliche Hütte für mich und genieß die Abendsonne. Die hält sich auch jetzt schon gut bis 23.00 und länger! Man merkt das es in Richtung Mittsommer geht. Die Tageszeit spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Das gibt mir sehr viel Freiheit in der Entscheidung wann ich anfange und aufhöre mit dem Wandern.
Tag 14 / Berdalsbu - Brekka
Schneeee…. Ich hab dich wieder! Diesmal auf der Ostseite des Setesdals. Unterwegs zeigen sich noch viel größere Schneefelder als bisher. Je nach Beschaffenheit ist es mehr oder weniger ein Kampf da durch zu stapfen. Es ist auch weniger das Vorankommen, das es schwer macht, sondern eher, dass ich dauernd aufpassen muss nicht bis über die Knie einzusinken. Das kostet Kraft! Aber morgen geht’s wieder in niedrigere liegende Gefilde. Zudem sind die noch oft gefrorenen Seen mit ihren eiskalten Blautönen und die Bäche die sich durch den Schnee graben ein faszinierender Anblick!
Heute stand auch noch eine Entscheidung auf dem Plan. In die Tjørnbrotbu nach 13km oder weiter gen 20km und das Zelt frei im Fjell aufstellen. Das Zelt hat gewonnen und ich liege im warmen Schlafsack bei wirklich traumhaften Ausblick!
Tag 15 / Brekka - Åmot
In den Bildern der Beweis, dass ich im Zelt einfach hervorragend schlafe. Ne Sleep Score von 95 hat mir die gute Garmin Uhr wohl noch nie ausgespuckt. Naja, bei so einem wunderbaren Zeltplatz und dem fernen Rauschen des Gebirgsbachs wohl auch kein Wunder.
Beim Losgehen hab ich mir heute wirklich Zeit gelassen. Da waren erstmal noch 2 Kaffes drin und etwas Sonnenbaden. Vormittags hat die gelbe Kugel noch Vollgas gegeben. Ein Glück, dass ich das ausgenutzt habe, denn ab dem Mittag war’s dann auch vorbei mit dem schönen Wetter… Wunderschöner Dauerregen hat sich eingeschlichen und mich auch erstmal nicht wieder losgelassen. Spätestens wenn dann die ersten Norweger im Auto neben dir anhalten und fragen, ob du „gerne im Dauerregen läufst“ weiß man – Ja, das is schon n bissl verrückt hier. Aber tatsächlich laufen sich im Regen schneller Kilometer zusammen, da der Drang anzuhalten einfach geringer is. Deshalb sind heute auch gute 31,4km zusammengekommen.
Beim Lagerfeuer wird jetzt noch notdürftig Sachen getrocknet und dann ist schon wieder ein weiterer Tag rum.
Tag 16 / Åmot - Austbø
Heute gibt es von der Strecke nicht wirklich viel zu berichten. Es steht gerade immer noch Kilometer machen auf dem Plan und das voraussichtlich auch noch bis Übermorgen, bis ich Rjukan erreiche. Mit dem Wetter zusammen (weiterhin bescheiden) kostet es gerade einiges an Willenskraft weiter zu laufen.
Aaaber jeder Tag hält auch seine guten Überraschungen bereit. Das Hotel in dem ich gerade bin, hatte ich nach 20km angerufen um sicher zu gehen dass ein Zimmer frei ist und als ich dann da ankam, wurde mir vom Besitzer persönlich die Tür geöffnet und nach einer ausführlichen Fragerunde über meine Tour (auf Norwegisch natürlich, da besteh ich drauf! Wills ja lernen) hat er mir dann das Zimmer mit einem ordentlichen Rabatt und inklusive Frühstück morgen gegeben! Mit der Aussage „so verrückte Sachen muss man doch unterstützen“. Dieses überaus liebe „velkommen“ hat mir den Tag gerettet!
Ein Glück dass es so tolle Menschen gibt ❤️
Als er mir dann noch gesagt hat, dass das Hotelrestaurant offen hat war eins klar… Heute gibt’s ein Festessen! Ich glaub ich hab noch nie in meinem Leben so viel an einem Abend gegessen.
Tag 17 / Austbø - Skinnarbu
Nach dem Festessen gestern Abend ging es recht schnell vom Fresskoma in eine wunderbar erholsame Nacht. In einem Hotelbett schläft es sich ab und an recht gut! Nicht dass ich den Luxus unbedingt bräuchte, aber ja, man gönnt sich ja sonst nichts, gell? Und es werden noch etliche Nächte folgenden, in denen ich an und über meine Grenzen gehen muss.
Beim Frühstück heute Morgen hab ich mich dann gefragt, ob mein Magen Demenz hat. Der konnte sich nämlich an das letzte Essen nicht mehr erinnern und hat gleich wieder Kohldampf geschoben. Lecker war’s und eine top Vorbereitung auf einen weiteren Tag Laufen! Angekündigt war eigentlich den ganzen Tag durchwachsenes Wetter mit immer wieder Regen, aaaber… es wurden mindestens 4 Stunden Sonne draus! Ganz ungewohnt seinen Schatten wieder neben sich zu haben! Deshalb gingen die 28km heute auch wie im Flug vorbei. Mit der ein oder anderen Pause zum Sonne tanken.
Da am Ende auch noch das Hardangervidda Nationalpark Zentrum mit einem scheinbar echt guten Museum auf meiner Route lag, wollte ich dort noch gerne vorbei schauen. Aber deren Öffnungszeiten waren leider nicht Ganztagswanderer freundlich… Geschlossen ab 16Uhr und am Wochenende gar nicht geöffnet… Schade, dass wird diesmal nix… aber ein Grund noch mal in Zukunft hier vorbei zu schauen.
Kurz danach hab ich jetzt mein liebes Zelt aufgebaut und freu mich jetzt schon drauf, morgen in Rjukan anzukommen und dort dann auch meine zweite Etappe beenden zu können, inklusive einem Ruhetag übermorgen.
PS: Die letzten 5km gabs ne Straße, die könnte auch aus nem Horrorfilm sein! Einmal drin kommst nie wieder raus und das Ende siehst schon mal garned… fantastisch 👻
Tag 18 / Skinnarbu - Rjukan
Was gibt es schöneres als nach einer Nacht mit Dauerregen sein nasses Zelt wieder einpacken zu dürfen? Heute Morgen fiel deswegen der Start schwierig und es hat ne ganze Weile gedauert mich aus dem warmen Schlafsack zu schälen. Ich hab ja echt kein Problem mit dem Auf- und Abbauen des Camps, Aber wenn es dabei in Strömen regnet. macht das keinen Spaß.
Naja, genug gemeckert! Und eigentlich is das auch egal, da heute der letzte Tag meiner zweiten Etappe ist und ich am Abend Rjukan erreichen werde. Die Stadt, in der ich erstmal wieder einen Ruhetag verbringen werde. Für den Weg dahin gabs zwei Alternativen. Erstens, weiter über die Hauptstraße dackeln. Zweitens, man nehme einen kleinen auf der Karte eingezeichneten Feldweg auf der anderen Seite des Sees. Da ich von Straßen echt so langsam genug habe, fiel die Wahl auf Nummer 2! Und Gott weiß, hab ich diese Entscheidung bereut. Der „Weg“ ist mehr Matschfest 3000 als alles andere! Also für alle die den Spaß hier mal nachmachen wollen, lauft Straße, is einfacher! Wobei es am Ende, kurz vor dem halsbrecherischen Abstieg nach Rjukan, noch einen schönen Blick auf den Gaustatoppen gab. Zwar nicht ganz wolkenfrei, aber trotzdem toll. Das ist nämlich der „Hausberg“ von Rjukan und mit seinen 1883m n ganz schöner Riese und markanter Orientierungspunkt in der Gegend.
Und noch ein Fun Fact über Rjukan: Da die Stadt im Tal liegt und im Winter für 7 Monate absolut keine Sonne bekommt, haben die einfach n Spiegel auf eine Bergseite montiert um das Sonnenlicht auf den Marktplatz der Stadt zu reflektieren. Schlau die Jungs und Mädels da! Man sieht den kleinen Spiegel auch auf einem Bild, reicht zwar ned für Hochsommer Feeling aber immerhin!
So ich leute jetzt meinen Ruhetag ein mit Lasagne und Bier und stoße mit euch zusammen auf 393,5km wandern an!!! Wahnsinn!
Ich glaub ich lauf morgen noch 6,5km durch die Stadt, die 400 wärns gewesen!
Tag 19 / Ruhetag Rjukan
Heute gibt’s auch mal hier einen Ruhetag. Es gäbe auch nicht mehr zu berichten, als das ich ausgeschlafen, meine Sachen gewaschen und getrocknet hab und Proviant für die nächsten Tage einkaufen war.
Heute Abend lass ich es mir nochmal mit gutem Essen gut gehen und ab morgen geht es dann für ne lange Zeit wieder ins Fjell! Es geht Richtung Hardangervidda, der größten Hochebene Europas und damit zu einem der absoluten Highlights meiner Reise. Mal schauen ob das Wetter auch mitspielt, aber das soll laut Vorhersage spätestens ab übermorgen wieder ganz manierlich werden. Es scheint als komme der Sommer doch noch in Norwegen an. Behaupte ich jetzt mal vorsichtig und drück mir selbst die Daumen!
Im Nachinein betrachtet...
… war die Einsamkeit im Fjell genau das, was ich zu dieser Zeit gebraucht habe. Ich bin ein Mensch, der von Zeit zu Zeit einfach mal keine anderen Menschen mehr um sich herum haben will. Das klingt jetzt asozial, aber ich nenne es lieber introvertiert… und ich bin zufrieden damit. Eine meiner größten Stärken ist es, alleine zurecht zu kommen, egal wo oder wann. Klar vermisse auch ich meine liebsten Menschen, aber diese Einsamkeit über mehrere Tage hat einfach unglaublich gut getan. Ich konnte mich auf meine eigenen Gedanken konzentrieren und habe damit meinen eigenen tiefen Einstieg in dieses Abenteuer gefunden.
Mir ist schnell klar geworden, dass man mit der Einsamkeit gut umgehen können muss, insbesondere wenn man alleine reist. Wenn der Kopf dauernd zuhause ist, dann wird man nie wirklich auf Reisen sein. Nur eine der vielfältigen Herausforderungen von Norge på langs.
Freudig überrascht war ich von der leichten „Navigation“ im Fjell. Die Wanderwege sind trotz Restschneelage immer gut zu folgen gewesen und in Kombination mit den heruntergeladenen Offline Karten auf dem Smartphone lief alles wie am Schnürchen. Und das gibt ein Gefühl von Sicherheit! Hier habe ich bereits zu Beginn mit größeren Herausforderungen gerechnet. Auch die tatsächliche Schneelage, verglichen mit den Angaben und Vorhersagen von SeNorge.no, hat sich als weitaus weniger drastisch herausgestellt. Ja, es war ein Risiko so „früh“ ins Fjell hoch zu gehen und ja, an der ein oder anderen Stelle lag durchaus noch ne Menge Schnee, aber das war alles gut machbar.
Die beste Entscheidung war aber die Mitgliedschaft im norwegischen Wanderverein DNT. Dadurch habe ich den „Generalschlüssel“ der meisten Hütten bekommen und dieses Wandersystem ist einfach unvergleichlich gut! Hut ab Norwegen, davon können viele Länder noch etwas lernen! Rückblickend sage ich, dass eine Mitgliedschaft im DNT ein Muss für diese Reise ist.
Die gesamte Route auf einen Blick:
Falls Interesse an .gpx Dateien meiner Route besteht, gerne per Kontaktformular melden. Ich helfe gerne weiter 🙂











































































































