Etappe 6 / Otta – Røros

Die sechste Etappe führt mich durch den ältesten Nationalpark Norwegens, die Rondane. Gleichzeitig ist sie aber auch das „Finale“, mit welchem ich den Süden Norwegens abschließe und mich anschließend auf den Weg in die langgezogene Mitte mache. 

Ich entscheide mich dazu, noch einmal den Luxus einer großen bedienten Wanderhütte auszukosten und mich etwas mehr auf Gespräche mit anderen Wanderern und Einheimischen einzulassen aus welchen teilweise sogar Fanclubs meiner Reise bis zum (hier noch weit entfernten) Ende entstehen.

Landschaftlich ist der Rondane Nationalpark wirklich etwas anderes. Die Berge mögen zwar nicht die höchsten und die Ebenen nicht die Weitesten sein, aber die Vielfalt der Farben im Fjell begeistert mich von Beginn an. Insbesondere das flächendeckende weiß der Rentierflechte lässt die Ebenen erscheinen, als wenn schon, oder immer noch, Schnee liegt. Und als Zeltunterlage kann jede noch so gute Matratze dagegen abstinken!

Und es passiert was in dieser Etappe, mit dem ich niemals gerechnet hätte und das mich bis heute immer noch breit schmunzeln lässt, wenn ich darüber nachdenke… Berühmt werden stand zwar nie auf meiner Lebensliste, aber zum Interesse einer norwegischen Lokalzeitung sage ich mit Sicherheit nicht nein. Es wird also Zeit für ein Interview mit dem Weitwanderer.

In der norwegischen Zeitung!

Die Reisetagebücher jedes Tages:

Tag 40 / Otta - Rondvassbu

Schön, wenn man den einzigen Sonnentag seit einiger Zeit als Ruhetag aussitzt. Heute sieht’s nämlich wieder eher bescheiden aus! Und der Weg der ansteht gehört auch nicht gerade zu den spannendsten oder einfachsten… 24km Schotterstraße mit ner Menge Höhenmeter. Aber da oben wartet der Rondane Nationalpark auf mich und auf den bin ich auch richtig gespannt!

Tatsächlich gestaltet sich der Weg dahin weniger schlimm als erwartet, da die Schotterstraße so gut wie gar nicht befahren ist und sich auch der Regen zurückhält. Die ganzen Höhenmeter allein reichen mir aber auch vollkommen aus… selten so sehr ins Schwitzen gekommen!

Oben angekommen stellt sich mir die Frage „Ja wo ist denn jetzt diese Rondane?!“ … Schwer zu sagen in dem Nebel… Mit vielem Guten Zureden an den Wettergott und an und etwas mithelfen beim pusten, verzieht sich der Nebel aber nach und nach und kurz vor meinem heutigen Ziel, der Rondvassbu, gibt es sogar doch noch einen freien Blick auf die Landschaft und die ist wirklich wunderschön!

Heute Abend gönn ich mir auch mal mal wieder eine Hüttenübernachtung inklusive Abendessen und Frühstück! Auch wenn es mich zunächst ordentlich Überwindung kostet, mich wieder auf viele andere Menschen einzustellen, möchte ich die Chance nutzen ins Gespräch zu kommen. Glücklicherweise lerne ich während dem Abendessen eine norwegische Familie aus Oslo kennen, die gerade auf Wanderurlaub ist. Es entwickelt sich ein sehr schönes Gespräch und meine Zurückhaltung ändert sich schnell in Wohlbefinden. Sehr spannend ist es, auch mal die Ansichten und Geschichten von Norwegern aus den großen Städten mitzubekommen, denn die sind doch oft sehr unterschiedlich zu denen vom Land. Aber das kennt man bei uns zuhause ja auch. Es ist und bleibt aber immer lustig wenn ich von meiner bisherigen Tour erzähle und die meisten keinen blassen Schimmer haben wo die ganzen Orte liegen an denen ich bereits war. Die Landeskunde beschränkt sich doch meistens auf die Gegend aus der die Damen und Herren auch kommen.

Naja, ich gebe ja gerne Nachhilfe in norwegischer Geografie.

Weiter geht’s durch den Rondane Nationalpark! Da für heute morgen noch ordentlich Regen angekündigt ist, entscheide ich mich für einen sehr entspannten Start in den Tag und lass mir reichlich Zeit beim Frühstück. Auch die norwegische Familie vom gestrigen Abend sitzt wieder neben mir und wir führen unsere Unterhaltungen zunächst munter fort.

Während nach dem Frühstück gefühlt alle anderen auf der Hütte in eine Hetze verfallen um möglichst viel vom Tag zum Wandern zu haben, sitze ich in der Stube und schau den Treiben ohne zeitlichen Stress zu. Es stehen heute zwar auch wieder ca. 24km und an die 1000hm auf meinem Plan, aber die schaff ich auch wenn ich später aufbreche. Ohne Regen läuft es sich einfach besser!

Gegen 10.30Uhr bewahrheitet sich dann auch die Wettervorhersage für heute und es soll auch trocken bleiben, also los geht’s!

Ohne Nebel zeigt sich dann auch endlich die volle Schönheit der Rondane! Felsige Berge wechseln sich mit lebendigen Landschaften ab. Mein Weg geht vorbei an der Bjørnhollia Hytta (natürlich nicht ohne einen kurzen Stop für Kaffee und Kuchen!) und danach hinunter nach Strømbu. Insbesondere der Weg kurz vor Strømbu ist heute ein besonderes Highlight! Wie schon in der ganzen Rondane sind die Wiesen voll von der weiß scheinenden Rentierflechte. Übrigens ein hervorragender Untergrund zum Zelten. Das fühlt sich dann an als würde man auf einer sehr gut gefederten Matratze liegen.

In Strømbu angekommen ist dann eine Entscheidung fällig. Den Tag beenden oder noch den ersten Teil des knackigen Aufstiegs für den nächsten Tag vorziehen? Ich mach das ja recht gerne so, da ich dann weiß, dass der nächste Tag etwas entspannter beginnt. Also gut, nochmal alle Motivation zusammenkratzen und hoch den Berg! 500hm und gewaltig brennende Beine später, steh ich dann wieder auf 1200m und hab damit auch gleich das Mückenproblem gelöst. Die Biester trauen sich bei den eher kalten Bergtemperaturen nämlich nicht so weit nach oben. So stellt sich mein liebes Zelt dann auch schon fast von alleine auf und ich kann den Tag bei schönster Bergsicht ausklingen lassen.

Trotzdem, dass ich die Rondane in nur zwei Tagen durchquert habe, bleibt sie mir doch als einer der bisher schönsten Orte Norwegens in Erinnerung. Absolute Empfehlung sich diese Gegend anzusehen!

Heute geht’s in Knast… Naja, zumindest hat die Breisjøseter Hytta eine kleine Nachbarhütte mit dem Schild „Arrest“ dran. Scheint wohl für die Gäste zu sein die ihr Bier nicht zahlen wollen, also Vorsicht!

Der Tag zeigt sich von Beginn an von seiner schönen Seite und verwöhnt mich mit Sonnenschein. Da muss ich dich tatsächlich mal wieder die Sonnencreme auspacken, ja wo hatte ich die denn noch mal hingepackt. Das ist so ne Sache mit den Dingen die man nicht täglich braucht. Die wandern meist an die Plätze für die man erstmal im Rucksack graben muss.

Der Weg führt mich nun gen Alvdal, der nächsten Stadt in Richtung Røros. Ich kann mich garnicht satt sehen an all den wunderschönen Orten in dieser Gegend! Selbst gegen Abend, als der Himmel sich doch noch dazu entschließt die Schleusen zu öffnen, überrascht mich Norwegen noch mit einem der schönsten Regenbogen seit langem! Die Farben lassen sich so deutlich erkennen!

Der Schluss des Tages ist allerdings etwas notgedrungen… Es regnet in Strömen und keine Aussicht auf Besserung. Die Wolke hängt direkt über mir und gibt alles! Ich hab schon 31km und 1100hm hinter mir und so langsam echt kein Bock mehr auf noch mehr! Die Taktik „weiterlaufen bis es aufhört mit regnen“ klappt heute nicht, denn das würde ne Nachtschicht bedeuten. Okay, Zähne zusammenbeißen, halbwegs passenden Platz suchen, Zelt aufbauen und drin verschwinden. Das dieser „halbwegs“ passende Platz ne kombinierte Kuh- und Schafweide ist, wird mir erst klar, als Mrs. Muuuuh mit ihrer Bande gegen 23Uhr neugierig um mein Zelt schleicht. Ich bekomm zuahause ja schon die Krise wenn die Kirchenglocken Sonntags früh läuten, aber Kuhglocken Gebimmel nachts toppt alles…. Heutzutage respektiert auch keiner mehr die Ruhezeiten! Unglaublich!

Für morgen sieht die Wettervorhersage überaus bescheiden aus… Aber erst ab 11Uhr…. Hmm, was macht man da? Wecker auf 5Uhr stellen und mal die Frühschicht schieben? Eigentlich ja so gar nicht mein Ding, aber es scheint mir ne gute Idee zu sein. Also probieren wir es doch mal aus. Könnt ja drauf wetten, ob das was wird, oder ob ich dann morgen das Handy ausm Zelt werfe und weiterschlafe.

Ich wurde nicht von der Kuh-Gang gefressen und bin tatsächlich schon um 6.45Uhr wieder på tur! Da die Nacht noch ziemlich verregnet war zwar mit patschnassem Zelt, aber da alles andere trocken geblieben ist, soll das kein Problem sein. Wie vorhergesagt bleibt der gesamte Morgen trocken und auch richtig schön! Irgendwie haben die frühen Morgenstunden ja doch was schönes an sich.

Regen ist erst gegen 11Uhr angekündigt, somit bleibt mir mehr als genug Zeit um die restlichen 17km nach Alvdal entspannt durchzulaufen. Es geht alles entlang einer nicht wirklich befahrenen Schotterstraße und zum Schluss noch ein Stück über gefühlt längst vergessene Wanderwege. Die sind so sehr vergessen, dass es sie mittendrin gar nicht mehr gibt und ich mich eher durchs Unterholz und Sumpf schlagen muss. Die Entscheidung, meine Regenhose trotz des nassen Waldes nicht anzuziehen, bezahle ich dann mit patschnasser Wanderhose… Naja, selbst schuld du fauler Wandertobi… Irgendwie wird mir sowas aber immer vollkommen egal, wenn ich kurz vor einer Stadt bin. Ich weiß ja, dass eine warme Dusche und die Möglichkeit zum Trocknen auf mich wartet… also vielleicht doch keine Faulheit, sondern einfach nur effizient gedacht?! Man kann sich alles schön reden.

Schon um 11Uhr komme ich dann in Alvdal an. Damit ist das heute der am frühesten beendete Wandertag der ganzen bisherigen Reise! Fühlt sich irgendwie komisch an. Aber auch wie ein halber Ruhetag und damit auch gut. Naja, so eine Mischung aus Untätigkeit und Gut. Wegen dem angekündigten Dauerregen habe ich mich spontan in ein kleines Hotel eingebucht und verbringe den restlichen Tag mit Essen und einem ausgedehnten Mittagsschlaf. 
Das Städtchen Alvdal ist scheinbar als Geburtsort für Kjell Aukrust bekannt, ein bereits verstorbener norwegischer Autor, Dichter und Humorist. Den musste ich aber erst mal googeln, da er mir selbst komplett unbekannt war. Hab ich da ne absolute Wissenslücke oder ist das ne speziell norwegische Sache?

Und schon wieder drängt mich die Wettervorhersage zu einem frühen Start! Ich glaube Norwegen will mich zum Frühaufsteher umerziehen… Regen ab ca. 16 Uhr gemeldet und 24km Strecke bis Tynset vor mir… Klingt aber nach einem machbaren Plan!

Aktuell stehen wieder einige Straßenkilometer an, zumindest noch bis Tynset. Danach werd ich versuchen die Straßen bis zu meinem nächsten großen Ziel, Røros, zu vermeiden. Mal schauen ob das klappt, so recht weiß man nie ob die in der Karte eingezeichneten Striche auch wirkliche Wege sind oder vielleicht auch nur mal welche waren.

Es läuft sich heute aber wirklich hervorragend gut! Die Straße ist wenig befahren und mit bester Laune ziehen die Kilometer nur so an mir vorbei. Lange Zeit mit über 5 km/h wandern wäre vor einiger Zeit noch undenkbar gewesen, insbesondere mit 18 kg Zusatzgewicht. Mittlerweile geht das aber schon problemlos… glücklicherweise! Nach ungefähr der Hälfte der heutigen Strecke, fällt mir, bei einem Blick auf die Karte, ein alternativer Weg über eine Forststraße durch den Wald auf. Sind dann zwar ca. 2km mehr, aber ich muss nicht auf fahrende Autos aufpassen und das ist viel wert! Also nehmen wir doch den.

Kurz nach der Abzweigung treffe ich ein norwegisches Paar, das gerade im Garten ihres Hauses arbeitet und komme mit denen ins Gespräch. Sie erzählen mir dass ihr Haus früher die Bank der Stadt Tynset war. Hmmm, aber Tynset ist doch noch 10km entfernt, wolln die mich veräppeln?! Naja mit dem Haus ist was passiert, dass garnicht mal so unüblich ist in Norwegen… es wurde umgezogen! Ja, hier werden ganze Häuser umgezogen. Die Holzhäuser werden einmal komplett auseinander gebaut und dann wieder exakt so zusammengebaut, nur eben an einem neuen Ort… Faszinierend!

Kurz vor Tynset ist mir der Regen auf den Fersen und es heißt nochmal Gas geben, schnell auf dem Campingplatz einchecken und grad noch so rechtzeitig das Zelt aufgebaut. Nasses Zelt ist mittlerweile wirklich Dauerzustand… aber so lang ich trocken bleib ists halb so schlimm.

Ein Interview mit der lokalen Zeitung von Tynset, auf Pilgerwegen unterwegs, ein Wiedersehen mit der Muuh-Gang, knapp vom Elch verfehlt, in der Fliegenwolke verschwunden und den schönsten Zeltplatz gefunden! Ein Tag so voll mit Highlights, dass es mir schwer fällt alles einzuordnen! Aber eins nach dem anderen!

Nach meinem Treffen gestern mit Eirin (umgezogenes Haus, ihr erinnert euch) haben sich Gerüchte rumgesprochen, dass da so ein Deutscher durchs ganze Land wandert und prompt kommt die Anfrage der Tynset Lokalzeitung, ob ich denen nicht ein kleines Interview geben möchte! Na klar doch! Heute Morgen kam mich dann Liv, von der Tynsetingen, auf dem Campingplatz besuchen und wir hatten ein schönes Gespräch über meine bisherige und weitere Reise. Ich bin sehr gespannt ob daraus ein Beitrag in der Zeitung wird!

Danach ging dann die Reise für heute los und die Entscheidung die Asphaltstraße zu vermeiden und etwas abseits zu laufen war genau richtig! Bis auf ein paar von Kühen zertrampelte Kilometer war alles bestens zu laufen. Der Weg ist auch als alter Pilgerweg gekennzeichnet. Da kann Oma stolz sein, der Enkel wandert auf Pilgerwegen!

Irgendwie hab ich das Gefühl dass die Kühe ein zentrales Thema meiner Reise bleiben werden… erst versperrt mir Oberkuh Nr. 1 eiskalt den Weg und danach wollte die Gang mich gar nicht mehr alleine gehen lassen. Ich mag die Viecher ja, aber irgendwie sind sie mir manchmal suspekt. Vielleicht bring ich welche mit nach Hause, mal schauen.

Auf halbem Weg dann die Überraschung des Tages. Keine 10m vor mir stolziert ein Elchbulle auf den Weg, schaut mir kurz in die Augen und rennt weiter! Das ging so schnell und ich stand einfach nur wie eingefroren da! Keine Zeit für ein Bild oder Video, aber das war der Hammer! Aus der Entfernung sind die Tiere riesig! Was für ein Glück dass ich sie zu Gesicht bekomme und ein Glück dass sie friedlich sind, ich hoffe das bleibt so!

Gegen Abend hatte mich dann zum ersten Mal eine so richtige Fliegenwolke erwischt… Die stechen ja nicht, aber es ist extrem nervig wenn da 300 Fliegen um einen schwirren! Ich vermute ja, der Elch hat die an mich abgegeben… gern geschehen, Mr. Elch! Da hilft dann nur noch weiterlaufen und so gut es geht versuchen die Biester zu ignorieren. Ich weiß jetzt wie sich Pferde auf der Weide fühlen müssen.

Der Tag endet mit fast wolkenfreiem Himmel an einem wunderschönen See. Da überleg ich nicht zwei mal, hier wird das Zelt aufgebaut und bei 22 Grad und praller Sonne wird heute gebadet! Oh wie gut das tut nach einem langen Tag wandern!

Auf geht’s zum letzten Wandertag der 6. Etappe… Ziel: Die Stadt Røros! Auf diese Stadt freu ich mich schon sehr!

Die ehemalige Bergbau Stadt wurde 1980 in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen und viele der historischen Arbeitergebäude sind erhalten geblieben. Bis in die 1970er Jahre wurde hier noch Kupfererz verarbeitet und dann zum Verkauf nach Trondheim transportiert. Die Geschichte hier ist absolut spürbar! Spätestens wenn man auf der Schlackenhalde steht und sich fast ein wenig wie in einer saarländischen Partnerstadt fühlt. Grüße gehen in meine Wahlheimat!

Ich erreiche Røros bei bestem Wetter zur Nachmittagszeit. Damit bleibt noch genug Zeit, das Ende dieser Etappe mit einem Stadtrundgang, guten Essen und lokal gebrautem Bier zu feiern!

Ich habe Süd-Norwegen geschafft!

Mit dem Überschreiten der Regions- „Grenze“ zu Trøndelag wird mir klar, was schon alles hinter mir liegt! Hohe Berge, weite Ebenen, einiges an Straßen aber auch Abgeschiedenheit und Ruhe im Fjell. Ich schließe das Kapitel meiner Reise mit wundervollen Erinnerungen und vieeelen Orten die ich definitiv noch mal besuchen werde.

Schön war’s, Süd-Norwegen… Laaaange schmale Mitte, jetzt komm ich zu dir! Ich bin gespannt was du mir zu zeigen hast.

Aber erstmal gibt’s morgen einen Ruhetag! Røros lädt zum Verweilen ein und das Angebot will ich sicher nicht ausschlagen!

Wieder mal ein perfekt mit dem Wetter angestimmter Ruhetag. Glücklicherweise hatte ich mich gestern Abend noch für den Stadtrundgang entschieden, weil heute… Schmuddelwetter mit Regen den ganzen Tag. Kümmert mich aber nicht, denn außer dass ich im Regen die Einkaufstüten ins Hotel tragen muss, kann ich den ganzen Tag im Trocknen bei Kaffee und Kuchen und tatsächlich mal viel schlafen verbringen.

Da es heute sonst nicht viel zu berichten gibt, gibt’s ein Nachtrag zu einer Story von vor Kurzem. Erinnert ihr euch noch an die Zeitungsgeschichte? Ja… da ist wirklich n Artikel draus geworden, siehe Bild. Das wird zuhause für alle Ewigkeit an der Wand hängen, darauf könnt ihr wetten!

Übersetzt heißt der Titel:
„Tobias hat noch 3 Monate Zeit um ans Ende zu kommen“

Na dann! 

… wurde mir klar, wie schwer Abschiede sind. Damit meine ich nicht die großen Abschiede im Leben, sondern die vielen kleinen, die während einer solchen Reise unausweichlich sind. Seien es die Landschaften, in welchen ich so gerne noch viele weitere Tage verbracht hätte, oder die Menschen, mit welchen ich wirklich gute Gespräche geführt habe. So aufregend eine stetige Veränderung und der Fortschritt der Reise sein mögen, von Zeit zu Zeit habe ich schlichtweg das „Zeit haben“ vermisst. Es sammelten sich viele Erlebnisse und Erinnerungen an, welchen ich gerne mehr Raum geboten hätte. Ich weiß, das mag sich von außen gesehen unsinnig anhören, da ich ja faktisch ne Menge Zeit für alles hatte. Allerdings war da auch immer ein Ziel und dieses lag noch in weiter Ferne. Wie klar es mir schon damals war, dass Norwegen mich nie wieder loslassen wird. 

Mit Røros hatte ich ein wichtiges mentales Ziel erreicht, denn ich habe mir immer vorgestellt, dass „wenn ich Røros erreiche und damit den Süden Norwegens komplettiert habe, habe ich alle möglichen Herausforderungen zumindest mal erlebt und der Rest des Wegen wird auch klappen“… Schon ein bisschen naiv, dieser Gedankengang, oder?…

Die gesamte Route auf einen Blick:

Falls Interesse an .gpx Dateien meiner Route besteht, gerne per Kontaktformular melden. Ich helfe gerne weiter 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen